Unsere Kirche Zu den hl. Zwölf Aposteln

Die 1923 benedizierte St.-Michael-Kapelle der Schwestern (damals Mariannenstr. 8) wurde gottesdienstlicher Mittelpunkt der 1934 neu­gegründeten Lokalie. Erster Seelsorger war Karl Harmuth (1934-36), gefolgt von Alexander John (1936-71), mit dessen Amtsantritt die Gemeinde mit etwa 1500 Katholiken seelsorglich selbständig wurde. Ein damals erworbenes Grundstück in der Wasgenstraßemusste in der NS-Zeit treuhänderisch übernommen werden. Erst 1953-54 ent­stand nach Plänen von Julius Schmidt ein märkischen Dorfkirchen nachempfundenes Gotteshaus. Sein Grundriss ist kreuzförmig, über dem Altarraum erhebt sich ein kurzer, breiter Turm. Die Seitenschiffe enden unter tief herunter geführten Schrägdächern, im Innern sind sie durch wuchtige Querbalken abgetrennt, auf denen von Hans Schrott-Fiechtl geschnitzte Figuren der zwölf Apostel stehen.

Fast 16 Jahre später, 1971, ging Pfarrer Alexander John in den Ruhestand. Ihm folgte Pfarrer Dieter Schmidt. Er leitete die Gemeinde 32 Jahre lang und ging am 1. August 2003 in den Ruhestand.

Am 28. Februar 2004 gestalteten beide Gemeinden gemeinsam in der „Zwölf-Apostel-Kirche“ eine Eucharistiefeier, um den Segen Gottes für die neu zu bildende Gemeinde mit etwas 4.300 Katholiken zu erbitten. Offiziell fand die Fusion am 1. März 2004 statt. Der Name der Fusionsgemeinde lautet: „Zu den heiligen Zwölf Aposteln“. Die Gemeinde hat zwei Seelsorgestandorte: „St.Michael“, Wannsee, und „Zu den heiligen Zwölf Aposteln“, Schlachtensee. Pfarrer der Fusionsgemeinde war bis November 2008 Pater Johannes Schwierzi, SDB. Ab September 2009 stand Pfarrer Armin Kögler der Gemeinde vor; Subsidiar von 2009 bis 2012 war Herr Dr. Matthias Fenski, ab Mai 2012 Kaplan Martin Arndt. Inzwischen ist Pfarrer Mertz aus der Pfarrgemeinde Herz Jesu Pfarradministrator der Pfarrgemeinde Zu den heiligen Zwöfl Aposteln.

Der große Religionsphilosoph Romano Guardini lehrte 1923-39 an der Berliner Universität und wohnte in der Gemeinde Schlachtensee, wo er es auch verstand, regelmäßig ansprechende Kinderpredigten zu halten. Katholisches Leben hatte hier 1908 wieder begonnen, als die Ursulinen aus der Berliner Innenstadt in der heutigen Altvaterstr. 9 ein kleines Internat mit einer Haushaltungsschule ein­richteten. 1923 überließen sie das Anwesen den Grauen Schwestern von der hl. Elisabeth, die auf dem Grundstück Nr. 8 wenige Monate zuvor das St.-Theresien-Stift als Alters- und Erholungsheim eröffnet hatten. In der Nr. 11 und Nr. 10 hatten sie 1950/56-63/70 weitere Niederlassungen.

Sie gaben den Anlass für das Patronat der Kirche, die am 29.6.1954 mit ihrem damals bereits frei stehenden Altar konsekriert wurde. Das Mosaik­kreuz in der Apsis entwarf Ludwig Peter Kowalski, die Orgel baute die Fa. Klais 1960, den Kreuzweg schuf 1963 Gerhard Winner. Als Seelsorgehelferin wirkte hier 1938-80 Elisabeth Höffner, leibliche Schwester des Kölner Kardinals. Das Pfarramt befand sich seit 1947 in der Kaiserstuhlstr. 19, bis 1956/61 das Pfarr- und Gemeindehaus in der Tewsstr. 20 fertig gestellt war. Eine Kindertagesstätte wurde 1965 eröffnet. 1955 wurde die Gemeinde Pfarrei

Am 5. Oktober 2003 wurde Pater Johannes Schwierzi, SDB, durch den Dekan des Dekanats Steglitz/Zehlendorf, Pfarrer Ulrich Hempel, in das Amt des Pfarrers der Gemeinde „Zu den heiligen Zwölf Aposteln“ feierlich eingeführt. Seine besondere Aufgabe war es, die Gemeinde auf die vom Bistum erwünschte Fusion mit der Gemeinde „St. Michael“, Wannsee, vorzubereiten.

Auf dem Gebiet der Pfarrei liegt in der Dreilindenstraße Heim und Schule „Sancta Maria“ für lern- und geistigbehinderte Kinder, 1948/56 eröffnet von aus Schlesien vertriebenen Hedwigsschwestern. 1964 wurde hier eine eigene Kirche geweiht.